Rund um den Kirchturm

Wer rechnen kann …

Rechnen Sie gerne? Mir macht das Spaß seit meiner Schulzeit. Neben Deutsch hatte ich Mathematik als Leistungskurs gewählt. Trotzdem bin ich Theologe geworden, oder eher deshalb. Alles hängt miteinander zusammen. Eine Generation später hängt immer noch alles zusammen, aber längst haben Computer das Rechnen übernommen und bremsen, lenken, warnen im Auto und im Alltag. Wer positiv von Mathematik spricht erntet schnell Kommentare der Art: „Kann ich nicht, will ich nicht, brauche ich nicht“ und in der Schule: „Wozu lernen wir das überhaupt?“ – um dann schnell ins Handy zu blicken, das ohne Mathematik nur den Nutzen eines Isarkiesels hätte.

Heinrich Soffel neuer 1. Pfarrer und Dekan in Bad Tölz

Am Sonntag, den 07. März 2021 führte Regionalbischof Christian Kopp in Bad Tölz in der Franziskanerkirche Pfarrer Heinrich Soffel in sein neues Amt ein. Mit dabei waren als Assistierende Betty Mehrer für das Dekanat und Stefan Seligmann für die Kirchengemeinde. Aus der früheren Wirkungsstätte Barbara Frank für die Kirchengemeinde Pfarrkirchen und Stephanie Kastner für die Pfarrerinnen in Rottal-Inn sowie Kirchenrat Matthias Pöhlman, ein langjähriger Weggefährte. Der Gottesdienst wurde wunderbar gestaltet von Elisabeth Göbel an der Orgel und einem feinen Chor. Insgesamt fanden zwei Gottesdienste statt, gestaltet von der Pfarrerin und den Pfarrern aus Bad Tölz.

Wegen der Pandemie saßen alle auf Abstand, die Dekaneschaft, das Pfarrkapitel, alle weiteren Mitarbeitenden, kirchliche Gremien sowie Gäste aus den Gemeinden und von Familie Soffel. Und dennoch war es ein Gefühl einer großen Gemeinschaft und guter Nähe. Dankbar waren wir auch für die gute Ökumene, die sich auch in der zur Verfügung gestellte Franziskanerkirche ausdrückte, sowie die wertschätzenden Grußworte aus Politik und Kirche.

Ein herzlicher Abschied

Abschied von Dekan Martin Steinbach in der Tölzer Johanneskirche (Fotos Mitte und rechts: B. Botzenhart)

Mit einem fränkischen "des hätt's doch alles net gebraucht" reagierte Dekan Martin Steinbach auf seinen warmherzigen Abschied aus Gemeinde und Dekanat. In der wegen der Coronaauflagen nur bedingt gefüllten Kirche gestalteten der scheidende Dekan selbst, Vikarin Sally Azar als Vertreterin der palästinensischen Lutheraner, sowie stellvertretender Dekan Florian Gruber und katholischer Dekan Thomas Neubauer (Dietramszell) den Abschiedsgottesdienst. Regionalbischof Christian Kopp nahm anschließend in seiner zugewandten und herzlichen Art die "Entpflichtung" des Dekans mit einem würdigenden Resümee vor. Landrat Josef Niedermaier fand, wie alle anderen Grußredner*innen auch, herzliche Abschiedsworte und stellte eine namhafte Spende zugunsten sozialer Zwecke in Gemeinde oder Dekanat zur Verfügung. Bürgermeister Dr. Ingo Mehner zeichnete den Dekan überraschender Weise mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Bad Tölz aus. Und, aus der Gemeinde gab es mit herzlichen Worten ein Vogelfutterhäuschen in Gestalt der Tölzer Johanneskirche. Mit der Verabschiedung von Martin Steinbach als Tölzer Dekan beginnt eine sechswöchige Vakanz auf dieser Stelle, die der stellvertretende Dekan Florian Gruber aus Wolfratshausen vertreten wird. Zum 7. März wird dann der neue Dekan Heinrich Soffel in sein Amt eingeführt werden.

Hier finden Sie die Videoaufnahme des Abschieds von Dekan Martin Steinbach:

Klammeraffen sind unsicher

Ein Gedanke zur Zeit

Am 20. Januar wird der neugewählte US-Präsident Joe Biden in sein Amt eingeführt und der bisherige Amtsinhaber Donald Trump verabschiedet. Die Besonderheit: nie zuvor hat sich ein abgewählter US-Präsident so an sein Amt geklammert und versucht den natürlichen Fortgang der Geschichte zu sabotieren.

Abschiede sind schmerzlich, besonders, wenn sie mit Verlusten zu tun haben. Menschen sind dabei wie Klammeraffen. Beim Erkennen von Gefahr oder Verlust krallt sich deren Nachwuchs fest in das Fell der Mutter, um sich weiter in Sicherheit wiegen zu können. Auch heute „klammern“ sich Menschen lieber an Vertrautes, als sich auf Neues einzulassen. Loslassen will gelernt sein. Die Bindungsforschung weiß: Je sicherer sich Babys im Frühstadium bei ihren Eltern fühlen durften, desto leichter fällt später, sich zu lösen und auf Neues einzulassen.

Ich möchte nun nicht in Trumps Kindheit wühlen, lieber werfe ich einen Blick in die Bibel.

CORONA: Verabschiedung Dekan Steinbach im Miniformat

Coronabedingt findet die Verabschiedung von Dekan Martin Steinbach am Sonntag, den 24. Januar im Kleinformat statt. Die ursprüngliche Überlegung, den Abschiedsgottesdienst mit den nötigen Abstands- und Hygieneregeln im Tölzer Kurhaus zu feiern, wurde wegen des im Monat Januar angesagten totalen Lockdowns verworfen. Jetzt findet in der Johanneskirche nachmittags ein nichtöffentlicher Entpflichtungsgottesdienst mit Regionalbischof Christian Kopp und nur wenigen Delegierten der verschiedenen Gremien und Einrichtungen statt. Am Vorabend sowie am Vomittag laden Dekan Martin Steinbach und seine Tölzer KollegInnen in die Johanneskirche Bad Tölz zu drei öffentlichen Abschiedsgottesdiensten ein, zu denen allerdings eine Anmeldung im Pfarramt erforderlich ist (Tel 08041/761273-32 bzw. pfarramt.bad-toelz@elkb.de) .

CORONA: Weihnachten 2020 ganz anders

 

Dem Corona-Virus geschuldet verlief Weihnachten 2020 in den Gemeinden des Dekanats ganz anders als sonst. Keine übervollen dichtgedrängten Gottesdienste in geschlossenen Räumen, kein straffes Hintereinander von Krippenspiel, Jugendgottesdienst, Christvesper und Mette. Aber alle Gemeinden haben sich Alternativen einfallen lassen, um doch das Weihnachtsevangelium feiern zu können. Während etliche Gemeinden am Hl. Abend auf "Outdoor-Angebote" ausgewichen sind, haben andere ihre Gottesdienste gesteamt, haben sie "to go", zum Mitnehmen für zu Hause ausgelegt oder sie mit Anmeldung und auf Abstand in der diesmal nur halbvollen Kirche gefeiert. Es war anders als sonst, aber jede Gemeinde hat auf ihre Weise in dieser schwierigen Zeit Verantwortung übernommen. Insgesamt war der Andrang in den Gottesdiensten geringer als sonst, dafür die Einschaltquoten im Fernsehen wohl höher. Entscheidend letztlich aber: Die frohe Botschaft von der Menschwerdung Gottes war überall auf die unterschiedlichste Weise für alle präsent.

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