CORONA: Genehmigung eines "temporär kooperativen Religionsunterrichts"

Corona machts möglich: Weil der in Bayern übliche konfessionelle Religionsunterricht wg. der Mischung der Klassen eine erhöhte Infektionsgefahr birgt, haben Kirchen und Kultusministerium sich auf die Ermöglichung eines "temporär kooperativen Religions- und Ethikunterrichts" geeinigt. Der Schulbeauftragte des Dekanats Bad Tölz, Dr. Martin Weber (Tegernsee) signalisiert Verständnis: "Wenn kein Regelunterricht stattfindet, wird das christliche Abendland deshalb nicht untergehen, es sollte aber begründet sein!" Vier Modelle werden den Schulen vorgeschlagen. Ein Modell sieht vor, dass die Schüler*innen einer Klasse gemeinsam und unabhängig von ihrer Konfessionszugehörigkeit abwechselnd von einer katholischen, einer evangelischen und einer Ethiklehrkraft unterrichtet werden. Ein weniger kooperatives Modell würde es aber auch erlauben, im konfessionell wechselenden Unterricht die Schüler*innen einer anderen Konfession nur zu beaufsichtigen. Die Praxistauglichkeit der Modelle müsse sich erst noch zeigen, sind sich die Schulleitungen einig, auch müsse gut überlegt werden, welche Themen sich konfessions- und religionsübergreifend eignen. "Beide christliche Kirchen hätten in ökumenischer Zusammenarbeit eine pragmatische Lösung auf den Weg gebracht", wurde von politischer Seite konstatiert.