Nachhaltige Weihnachten

Ein Gedanke zur Zeit

In seinem Märchen sieht der Autors Hans Christian Andersen sein „armes Mädchen mit den Schwefelhölzern“ in der Nacht frierend auf der Straße sitzen. Erfolglos versucht es seine Bettelware zu verkaufen. In seiner Verzweiflung zündet das Mädchen ein Hölzchen an und starrt verwundert in die Flamme. Es scheint ihm, als säße es an einem warmen Ofen - bis das Schwefelhölzchen erlischt. Nach und nach zündet das Mädchen die weiteren Streichhölzer an. Immer schönere Träume und Vorstellungen begleiten das aufleuchtende Licht. Als das Mädchen das letzte Zündholz entflammt, begegnet ihm im Schein des Lichtes seine Großmutter. Die Kleine bittet diese, sie in den Himmel mitzunehmen, was die Großmutter auch tut. Am nächsten Morgen, so endet das Märchen, saß das kleine Mädchen mit einem Lächeln um den Mund erfroren an der Hauswand.

War das zurückliegende Weihnachtsfest auch so ein kurzer, heller Traum? Großzügig, nachsichtig und freundlich waren viele – so, als hätte sie die Weihnachtsbotschaft wirklich erreicht. Heute aber ist wieder Alltag, und das Schwefelhölzchen scheint fast schon erloschen. Wir können die Flamme nur retten, wenn wir ein Feuer entzünden. Wenn wir uns von Weihnachten anstecken lassen. Wenn wir zuversichtlich und optimistisch weiterleben. Sehen wir also bewusst auf das Gute, und unterstützen wir lieber, statt nur zu meckern. Unser Land braucht Weihnachtsmenschen, die für ein gutes Miteinander aller unterschiedlichen Menschen brennen. Auch im neuen Jahr. Sonst erfrieren wir.

Dekan Martin Steinbach